Reale Momente der Weihnachtszeit

Während draußen unzählige Tannen erleuchtet sind, mancher schon jetzt vom Online-Christmas-Shopping erschöpft ist und in den Supermärkten besinnliche Musik erschallt, spürten die Gäste der Berchtesgadener Tafel im Pfarrheim Berchtesgaden, was wirklich zählt in dieser Zeit.

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„Mei schau wie wieder die Tische gedeckt sind“, „Ist die Eule nicht lieb?“ „All die kleinen Packerl, das muss aber Arbeit gemacht haben“, das waren auch in diesem Jahr die ersten Reaktionen der Gäste auf der Adventsfeier, zu der die Ehrenamtlichen der Berchtesgadener Tafel ihre Gäste begrüßten. Doch als Arbeit empfindet Gerlinde Rampeltshammer ihren Beitrag nicht. Im Gegenteil, dass sie bereits im Sommer überlegt, wie sie diesmal die Tische gestalten könnte, Material sammelt, seit Oktober gemeinsam mit ihrer Freundin Renate Reiter an so manchem Abend aus Papier, Holz, Zweigen, Stoff und Kerzen  eine wunderbare Dekoration für drei lange Tischreihen zaubert, das ist für sie eine  Selbstverständlichkeit. „Die einen von uns reparieren Fahrräder, organisieren Lebensmittel, werben für Spenden, helfen den Tafelgästen bei kleineren und größeren Problemen – und ich mache zusätzlich zur Lebensmittelausgabe das, was ich gerne tue.“

Doch für viele Besucher an diesem Nachmittag ist der Tischschmuck das größte Geschenk in der Adventszeit. In dieser Dekoration stecken Zeit, wohlwollende Gedanken und großer Respekt. Dinge, die Bedürftige in unserer Gesellschaft von denen, die das Leben deutlich mehr begünstigt hat, selten spüren.

Wie Gerlinde Rampeltshammer möchte auch der Frauenkreis Ramsau mit den alljährlichen Nikolaus-Packerln für die Kinder Freude und Achtung ausdrücken. Andere kümmern sich um die besonderen Lebensmittelgeschenke wie Honig, Kaffee und Stollen, um auf die Vorweihnachtszeit einzustimmen, backen feine Kuchen und oder servieren aufmerksam Kaffee.

„Das ist es, was diese erste Adventsfeier auch für uns offizielle Gäste im Jahr so besonders macht. Es ist immer schön, wenn Menschen zusammen sind und sich gemeinsam auf Weihnachten freuen. Doch hier ist einfach besonders viel Herzlichkeit und Anteilnahme zu spüren“, erkennt auch der Berchtesgadener Bürgermeister Franz Rasp. Dabei ist auch er ein weiterer Grund, warum die Gäste der Berchtesgadener Tafel gerne kommen. Denn Verantwortliche aus allen Gemeinden, Bürgermeister und Pfarrer, nehmen sich Zeit, um sich gemeinsam mit ihnen eine kurze Zeit hinzusetzen und Gedanken auszutauschen. Monsignore Thomas Frauenlob fasste es in seiner Begrüßung als Hausherr in folgende Worte: „Hier spielt das reale Leben. Kein übertriebener Lichterglanz übertüncht die Sorgen, die wir und vor allem Sie aktuell besonders spüren. Und gerade darum ist dieser Nachmittag wertvoll, um einander zuzuhören und sich auf das frohe Fest vorzubereiten.“

Ursula Wischgoll